In der modernen Materialwissenschaft und -technik können Materialien in drei Hauptkategorien unterteilt werden: Metalle, organische Polymere und Keramik. Unter diesen hat sich Aluminiumoxidkeramik aufgrund ihrer hervorragenden umfassenden Eigenschaften zu einer der am häufigsten hergestellten und am häufigsten verwendeten Hochleistungskeramiken entwickelt. Sie verfügen über eine hohe mechanische Festigkeit (Biegefestigkeit bis zu 300-400 MPa), einen hohen spezifischen Widerstand (10¹⁴-10¹⁵ Ω·cm), hervorragende Isolationseigenschaften, eine hohe Härte (Rockwell-Härte HRA80-90), einen hohen Schmelzpunkt (ca. 2050℃), eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit und chemische Stabilität und weisen außerdem spezifische optische Eigenschaften und Ionenleitfähigkeit auf. Aus diesen Gründen werden Aluminiumoxidkeramiken in vielen High-Tech-Bereichen häufig eingesetzt, darunter im Maschinenbau (z. B. verschleißfeste Teile und Schneidwerkzeuge), in der Elektronik und Energiewirtschaft (Substrate für integrierte Schaltkreise, Isolierschalen), in der chemischen Industrie (korrosionsbeständige Reaktorauskleidungen), in der Biomedizin (künstliche Gelenke, Zahnimplantate), im Bauwesen (kugelsichere Panzerung, Spezialglas) sowie in der Luft- und Raumfahrt (Hochtemperaturfenster, Radome).
Im Vorbereitungsprozess vonAluminiumoxidkeramikJeder Schritt – Rohmaterialverarbeitung, Formung, Sintern und anschließende Verarbeitung – ist entscheidend. Derzeit ist Sintern das gängige Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxidkeramik. Dieser Prozess beinhaltet eine Hochtemperaturbehandlung, um den Grünkörper zu verdichten, das Kornwachstum zu fördern und Porosität zu entwickeln, wodurch die endgültige Mikrostruktur entsteht. Sobald das Sintern abgeschlossen ist, sind die Mikrostruktur und die Eigenschaften des Materials im Wesentlichen festgelegt, was eine Modifizierung durch nachfolgende Prozesse äußerst schwierig macht. Daher ist eine eingehende Erforschung des Sintermechanismus und der wichtigsten Einflussfaktoren – wie z. B. die Eigenschaften der Rohmaterialpartikel und die Auswahl der Sinterhilfsmittel – von erheblichem theoretischen und technischen Wert für die Optimierung der Eigenschaften von Aluminiumoxidkeramiken und die Erweiterung ihres Anwendungsbereichs.
Aluminiumoxid (Al₂O₃) ist einer der am häufigsten verwendeten Rohstoffe in der Hochleistungskeramik. Basierend auf dem Al₂O₃-Gehalt kann es in hochreine (≥99,9 %) und gewöhnliche (75 %–99 %) Typen unterteilt werden. Hochreine Aluminiumoxidkeramiken haben extrem hohe Sintertemperaturen (1650–1990℃) und können 1–6 μm Infrarotlicht durchlassen, das üblicherweise in Natriumlampen, Platin-Platin-Tiegeln, Substraten für integrierte Schaltkreise und Hochfrequenz-Isolierkomponenten verwendet wird. Aluminiumoxid wird anhand seines Al₂O₃-Gehalts in verschiedene Typen eingeteilt, darunter 99 %, 95 %, 90 % und 85 %. 99 % Aluminiumoxid werden in Hochtemperaturtiegeln, Keramiklagern und verschleißfesten Dichtungen verwendet; 95 % Aluminiumoxid eignen sich für korrosionsbeständige und verschleißfeste Umgebungen; und 85 % Aluminiumoxid verfügen aufgrund der Zugabe von Talk über optimierte elektrische Eigenschaften und mechanische Festigkeit, wodurch es für die Vakuumverpackung elektronischer Geräte geeignet ist.
Aluminiumoxid kommt in verschiedenen Kristallformen vor (allotrope Kristalle), die häufigsten sind α-Al₂O₃, β-Al₂O₃ und γ-Al₂O₃. α-Al₂O₃ (Korundstruktur) ist die stabilste Form, gehört zum trigonalen Kristallsystem und ist die einzige natürlich vorkommende stabile Aluminiumoxidkristallform (wie Korund und Rubin). Es ist für seine hohe Härte, seinen hohen Schmelzpunkt, seine hervorragende chemische Stabilität und seine dielektrischen Eigenschaften bekannt und bildet die Grundlage für die Herstellung von Hochleistungs-Aluminiumoxidkeramik.
Unter Sintern versteht man den Prozess, bei dem Pulver oder Presslinge auf eine Temperatur unterhalb des Schmelzpunkts ihrer Hauptbestandteile erhitzt und anschließend entsprechend abgekühlt werden, um dichte polykristalline Materialien zu erhalten. Dieser Prozess ermöglicht das Wachstum des Partikelhalses durch Diffusion, Korngrenzenmigration und die Beseitigung von Poren, was letztendlich zu hochdichten, leistungsstarken Keramikmaterialien führt. Die treibende Kraft ergibt sich aus der Tendenz, die Oberflächenenergie des Systems zu verringern – ultrafeine Pulver haben eine große spezifische Oberfläche und eine hohe Oberflächenenergie, und während des Sinterns führen Partikelbindung und Porositätsreduzierung zu einer thermodynamischen Stabilität des Systems.
Basierend auf dem Vorhandensein oder Fehlen einer flüssigen Phase kann das Sintern in Festphasensintern und Flüssigphasensintern unterteilt werden. Oxide wie Al₂O₃ und ZrO₂ können oft durch Festphasensintern verdichtet werden; während kovalente Keramiken wie Si₃N₄ und SiC Sinterhilfsmittel benötigen, um eine flüssige Phase zu bilden und das Sintern zu fördern. Das Flüssigphasensintern umfasst drei Stufen: Partikelumlagerung, Auflösungsfällung und Festphasengerüstbildung. Eine geeignete Flüssigphase kann die Verdichtung fördern, eine übermäßige Flüssigphase kann jedoch zu abnormalem Kornwachstum führen.
Der Sinterprozess umfasst im Wesentlichen drei Phasen: Anfangsphase: Partikelumlagerung, Kontaktpunkte bilden Hälse und Poren werden miteinander verbunden; Mittleres Stadium: Korngrenzen bilden sich und verschieben sich, Poren schließen sich allmählich und die Dichte nimmt deutlich zu; Späteres Stadium: Die Körner wachsen weiter und einzelne Poren verschwinden allmählich oder verbleiben an den Korngrenzen.
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